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Larus argentatus · Zilvermeeuw · Silbermöwe

Silbermöwe

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Silbermöwe
Foto: Rhododendrites, CC BY-SA 4.0

Über Silbermöwen

Jeder glaubt, die Silbermöwe zu kennen: die Opportunistin mit dem gelben Schnabel auf der Hafenmauer, die Fische, Krabben, Muscheln und alles nimmt, was die Stadt liegen lässt. Sieht man genauer hin, ist es ein langlebiger Vogel mit gutem Gedächtnis — Individuen werden 25 bis 30 Jahre alt, Paare erkennen einander in Kolonien von Tausenden an der Stimme, und die Bindung hält oft ein Leben lang. Nebenbei verschwindet sie leise: Der niederländische Brutbestand hat sich seit den 1990er-Jahren beinahe halbiert.

Wie Silbermöwen ziehen

Silbermöwen aus Deutschland und den Benelux-Ländern sind kaum Zugvögel. Die meisten deutschen Brutvögel überwintern an der deutschen Küste, niederländische Vögel bleiben weitgehend im Land; was nach Zug aussieht, ist vor allem Streuung nach der Brutzeit ab etwa Mitte Juli — Jungvögel verteilen sich entlang der Küsten Richtung Nordfrankreich, Binnenlandbrüter verlagern sich an die südliche Nordsee und die Ostsee. Zwischen Ende Februar und Anfang April sind sie zurück in den Kolonien. Die wirklichen Reisenden kommen aus dem Norden: Die niederländischen Winterbestände von 130.000 bis 240.000 werden durch Vögel aus Nord- und Osteuropa aufgefüllt, gezählt vor allem von September bis November. Die deutlichste Veränderung betrifft nicht die Entfernung, sondern das Futter: Die europaweite Schließung und Abdeckung offener Mülldeponien nahm eine reiche Winternahrungsquelle weg, und in Nordrhein-Westfalen brachen Winterzahlen, die einst über 20.000 lagen, nach den Schließungen um 2005–2006 ein. Daneben brüten die Möwen inzwischen auf Dächern.

Eckdaten

Länge
54–67 cm (Quellen variieren)
Flügelspannweite
120–155 cm (Quellen variieren)
Zieht ab
Kein echter Abzug — Streuung ab Mitte Juli; der Hauptdurchzug über den Niederlanden wird von September bis November gezählt
Kehrt zurück
Ende Februar bis Anfang April
Überwintert in
Weitgehend zu Hause. Nur nördliche Populationen ziehen südwärts; 130.000–240.000 überwintern in den Niederlanden, darunter Vögel aus Nord- und Osteuropa
Wandel im Zugverhalten
Die Schließung und Abdeckung offener Deponien nahm eine wichtige Winternahrung weg; in Nordrhein-Westfalen brachen Winterzahlen von einst über 20.000 nach 2005–2006 ein. Die Art brütet zudem inzwischen auf Dächern
Bestand
24.500–28.500 Brutpaare in den Niederlanden (2025), seit den 1990er-Jahren beinahe halbiert; der größte deutsche Anteil brütet im Wattenmeer. Rote Liste: Vorwarnliste

Ist gerade Vogelzug?

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Zugdaten aus offenen CC0- und CC-BY-Studien auf Movebank; die Seite jedes Vogels nennt die zugehörige Studie.